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 Schweißhunde - die Spezialisten

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Hella-D
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BeitragThema: Schweißhunde - die Spezialisten   Mo 15 Nov 2010 - 0:10

"Echte" Schweißhunde sind der Bayrische Gebirgsschweißhund und der Hannoversche Schweißhund. Der erste der beiden ist kleiner, wendiger und besser in unwegsamen Gebirgsgegenden einzusetzen.

Sie sind reine Arbeitshunde, für spezielle Aufgaben gezüchtet. Es sind dies auch im Jagdwesen Aufgaben, die nur Spezialisten und sehr erfahrene Jäger ausüben können und z.T. auch dürfen.

Was macht sie zu d e n Spezialisten? - Schweißspuren suchen können zunächst einmal viele Rassen. Gern verwendet werden auch Teckel oder Bracken. Rehspuren zu finden ist auch sehr einfach, zumal Rehe an den Füßen Drüsen besitzen, die einen sehr markanten Duftstoff liefern, was ihre Spuren quasi zu einer Autobahn für den suchenden Hund macht.
Die beiden Spezialistenrassen d ü r f e n im jungen Alter gar keine Rehspuren suchen, damit sie nicht verdorben werden für viel Schwierigeres. Erst ältere, gut ausgebildete und erfahrene Hunde lässt man an solche Spuren ran.
Gebraucht werden diese Rassen für die gesetzlich vorgeschriebene Nachsuche. Wird Wild durch Unfall verletzt oder nicht tödlich getroffen beim Jagen und geht flüchtig ab, dann m u s s gesucht werden. Durchgeführt wird die schwierige Suche von Nachsuchenführern, die entsprechend ausgebildete Hunde haben.
Schwierig ist die Suche nach Wildschweinen (und äußerst gefährlich). Sie haben dicke Fettschichten, die sich vor die Wunde schieben, sodass sie oft nach kurzer Zeit wenig bis kein Blut verlieren. Schwierig wird die Suche auch dann, wenn die Witterung die Spuren abschwächt, starker Wind sie verwirbelt oder wenn sie schon alt sind, vielleicht weil der erste Suchenhund versagt hat.
Die Hunde suchen nicht nur nach Blut, sondern werden auch darauf trainiert, Bodenverletzungen zu beachten. Zum Teil liegt das Interesse an Bodenverletzungen auch genetisch in dem Hund. Meine Schweißhund-Bracke interessiert sich beispielsweise auffällig für Bodenverletzungen und seien es dicke Treckerspuren. Ausbilder von Schweißhunden schnallen sich zum Schulen der Hunde auch Schalen von Hirschen oder Wildschweinen unter die Schuhe bei der Ausbildung. Ein Schweißhund muss gegebenenfalls das verletzte Wild hetzen und niederziehen.

Schweißhunde mit "echten" Papieren sind sehr schwer zu bekommen. Man muss nicht nur Jäger sein, sondern möglichst Nachsuchenführer oder eben Förster, bzw. von Berufs wegen jagen. Man braucht einen Bürgen, um nachzuweisen, dass der Hund seiner Bestimmung gemäß eingesetzt wird. Außerdem muss man Mitglied im Verein Hirschmann sein oder werden. Mir sind mindestens zwei Fälle bekannt, wo Förster lange warten mussten, bis es ihnen möglich war, so einen Hund zu bekommen. Trotzdem ist auch hier nicht auszuschließen, dass mit einer großen Menge Vitamin B nicht vielleicht doch was geht, aber das wird wohl in allen Bereichen des Lebes nicht anders sein.

Wieso sehen wir dann doch öfter mal ein Exemplar dieser beiden Rassen?
Einige Leute setzen ihren Ehrgeiz darein, solch einen Hund zu haben, oder sie brauchen ihn tatsächlich, können aber keinen mit Papieren bekommen. Die Zulassung zur Zucht ist auch bei diesen Rassen vom Bestehen der Prüfungen abhängig und vom Erreichen des Standards. So manch einer hat einen Hund, der nur eines von beidem erfüllt und nicht zugelassen wird. Kommt hinzu, dass der Besitz eines Schweißhunds in manchen Kreisen "in" ist. Es gibt also einen Markt. - Die meisten Vertreter der Rasse, die uns begegnen, werden keine Papiere haben, die mehr als die Druckerschwärze wert wären.

Besonderheiten
Wie auch bei den Vorstehhunden sind die jagdlichen Fähigkeiten jahrzehntelang durchgezüchtet. Schweißhunde sind von ruhigerem Temperament, wie es ihre Arbeit auch erfordert. Sie sind oftmals recht stur und können sehr eigensinnig sein. Im Gegensatz zu Vorstehhunden sind sie eher spätreif. Manchmal sind sie charakterlich nicht ganz einfach, sie sind empfindlicher und nehmen eher übel. Ihre Stimmen sind charakteristisch und denen der Bracken und Meutehunde ähnlich. In der Jagdsprache heißt das: Sie läuten. - Ein passender Ausdruck.
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Lovis
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BeitragThema: Re: Schweißhunde - die Spezialisten   Mo 15 Nov 2010 - 0:42

He danke!
Es ist total spannend, sich mit Hunderassen auseinadner zu setzen mit denen man das sonst weniger macht! Habe jetzt glatt beide noch gegoogelt Very Happy !
Also, so wie das klingt wären sie eigentlich für feinfühlige Privatleute mit Hundeverstand schon gegeignete Hunde auf Grund ihres zurückhaltenden, sensiblen, ruhigen Characters, zumal zumindest der Gebirgsschweißhund auch noch nicht so groß ist, vorrausgesetzt, sie würden mit Nasenarbeit ausgelastet- aber zum Beispiel für Azunela, die das ja richtig kann und macht und selner Kurse gibt ein toller Hund, oder?

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gebaut, um nur diese beiden zu tragen.
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Hella-D
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BeitragThema: Eher nicht für Privatleute geeignet   Mi 17 Nov 2010 - 19:05

Der Schweißhund ist ein sehr "ernster" Hund - das Gegenteil von einem gute-Laune-Hund. Er ist auch eher "ungesellig" und distanziert. Er liebt seinen Menschen sehr, wahrt aber oft trotzdem für lange Zeiträume Abstand. Und er hat Jagdtrieb, was ihn als Rettungshund z.B. nicht von vornherein geeignet macht.
Mein Hund ist nur halb Schweißhund und ich beobachte Folgendes, was aber, wie ich höre, kein Einzelfall ist. Er begreift häufig Spiel nicht. Bälle, Stöcker? Er spielt selten damit. Wie Ballspiel funktioniert, hat er erst mit weit über drei Jahren begriffen, obwohl der Zweithund es vorgemacht hat. Dann hat er sich ein zwei Wochen selbst begeistert Bälle geworfen, danach war es wieder sehr uninteressant. Auch auf Aufforderungen zum Stöckchenholen (selbst durch den Zweithund) reagiert er seltenst. Im Haus sucht er kurz den Kontakt, holt sich seine Streicheleinheiten und geht dann wieder. Er sucht sich die meiste Zeit ein Zimmer, in dem außer ihm keiner ist. Das meine ich mit "ernst" und "distanziert". Ich spiele mit meinem anderen Hund keine Zerr- oder Knurrspiele in seiner Anwesenheit, weil er das nicht begreift und entsetzt reagiert. Wenn er mit dem anderen Hund tobt, was er ganz gern mal macht, schnappt er nicht spielerisch nach Ohren oder Pfoten, wie es die anderen tun. Er fasst automatisch nach der Kehle, beißt natürlich nicht wirklich zu. Er ist eben dazu gezüchtet, verletztes Wild, das er stellt, niederzuziehen. - Ich finde diese Eigenschaften schon speziell. Wer seinen Hund als Haushund hält und hobbymäßig mit ihm arbeitet, findet Hunde mit guter Nase, die fröhlicheres Temperament haben, mehr Blickkontakt aufnehmen und mit weniger Jagdtrieb. Die sind auch leichter aus seriöser Zucht zu bekommen. Und wenn ich lese, was ihr über den Mudi schreibt, dann denke ich, er ist in vieler Hinsicht das ganze Gegenteil!
Ich liebe meinen Hund, er hängt sehr an mir und er ist freundlich zu jedermann. Am Anfang war ich aber doch manchmal frustriert, weil es sehr lange gedauert hat, bis er mehr als eine ganz oberflächliche Bindung aufgebaut hat. Monatelang war die einzige wichtige "Bezugsperson" für ihn unser erster Hund! Richtig angeschlossen hat er sich erst, als der erste zufällig mal ein paar Tage nicht im Hause war.
Er ist auch absolut kein Hund für die Stadt, sie langweilt ihn so, dass ich ihn bei schlechtem Wetter kaum bewegen kann, die doofe morgendliche Gassirunde um die Häuser zu drehen. Im Wald geht er dann anstandslos, wenn auch nicht bester Laune. Im Wald ist er überhaupt ein klasse Hund, weil man viel mehr sieht und bemerkt mit so einem Vierbeiner. Er zeigt eben vieles an, denn dort geht er sehr ernsthaft seiner Beschäftigung nach. Darum passt er ganz gut zu uns, wir sind vornehmlich Waldläufer, beobachten gern Wild und haben auch nichts drum, nachts dort unterwegs zu sein, wenn es sich so ergibt. - Ich hätte ihn nicht angeschafft, wenn ich nicht so begeistert davon gewesen wäre, wie der Züchter die Welpen aufgezogen hat (mein anderer Hund ist auch von ihm) und wenn mein Lebensgefährte nicht Jäger gewesen wäre und sehr viel von dem Metier verstanden hätte. Und noch etwas: Der Züchter hat bis auf ein einziges Mal nie reine Schweißhunde gezüchtet, obwohl er sie hätte teurer verkaufen können. Begründung: Die reden nicht mit einem, die bellen höchstens und das gefällt mir nicht.
Kurz und Schluss: Sie sind Spezialisten für schwierige, spezielle und nicht ungefährliche Arbeit und seriöse Züchter geben sie nicht an Laien. Es ist im Interesse der Hunde, dass das so bleibt, denn alles andere wäre eine Einladung für unseriöse Züchter und würde bedeuten, dass viele der Tiere in die falschen Hände geraten.
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BeitragThema: Re: Schweißhunde - die Spezialisten   Mi 17 Nov 2010 - 21:32

Super, dass du das hier mit so genauer Beobachtungsgabe und detalliert beschreiben kannst!Und du hast mich restlos überzeugt: Ja, keine Familienhunde.
Zitat :
Die reden nicht mit einem, die bellen höchstens und das gefällt mir nicht.
Zitat :
Monatelang war die einzige wichtige "Bezugsperson" für ihn unser erster Hund! Richtig angeschlossen hat er sich erst, als der erste zufällig mal ein paar Tage nicht im Hause war.
Mit dem Gegenteil von einem Mudi mag ich nicht zusammen leben Wink

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BeitragThema: Wer hätte das gedacht???   Mi 17 Nov 2010 - 22:23

Ich. Aber ich hab auch noch mein temperamentvolles Bärchen, immer fröhlich und gut aufgelegt. Den kann auch kein Wetter schrecken. Und den Großen mag ich, er ist ein bisschen der Gegenpol und oft mein "Baby", das mich fast zu Tränen rührt. Und Dorle ist das französische Element, eine liebe, süße, kapriziöse kleine Dame, die meine Töffel erst anlockt und dann zurückweist. Auch sie immer gut gelaunt.

DA IST NOCH WAS!!

In Nitra sitzt schon seit über einem Jahr ein Mischling, der sehr wie eine Bracke aussieht. Er muss dringend da raus, weil er im Winter sehr unter der Kälte leiden wird. Er heißt Barcley und Ansprechpartner ist Anna Luckmann (Ihr findet ihn bei den Rüden in der Slowakei auf den 30er Seiten/ bei allen Rüden ca. auf S. 46). Er ist schwarz-rot. Ich überlege schon hin und her. Aber ich kenne keinen und ich glaube auch nicht, dass ich so einen großen Hund (ca. 50cm) noch als Pflegehund aufnehmen könnte. Es ist aber nicht auszuhalten, dass er da nun noch einen Winter verbringen soll. Gibt es bei Euch niemanden, der sich auf das Abenteuer Bracke einlassen möchte? Oder kennt Ihr irgendjemanden, der Interesse an so einem Hund hätte? Er braucht so dringend ein Zuhause!
Anna Luckmann war meine erste Ansprechpartnerin in Bezug auf Dorle. Sie schickt auch Jutta in Landshut die Hunde und vermittelt an die Tierhilfe 2. Chance. Anna und Jutta und eine Dame von der 2. Chance haben damals alle mit geholfen - und das innerhalb von 3 Tagen - , dass Dorle an dem Wochenende Nitra noch verlassen konnte, sonst wäre nämlich ein Hund weniger gereist - sie. Sie sind also alle sehr kooperativ.
Im Haus ist die Bracke ein ruhiger Hund, aber draußen schnell und wendig, recht elegant im Aussehen. Und Bracken "reden" im Allgemeinen.
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BeitragThema: Re: Schweißhunde - die Spezialisten   Mi 17 Nov 2010 - 22:37

Ja, mit Anna und Jútta das weiß ich- die zwei bewegen wirklich was! Oder du lässt dich auf das Abenteuer Bracke ein und wir unterstützen dich so gut wir können- wer wäre geeigneter für einen Jagdhund als.........................................................................................................................................................................................................................................................................genau..................................................................................................duuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu!

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BeitragThema: Ernst gemeint   Do 18 Nov 2010 - 0:11

Hat keinen Sinn animal hoarder zu werden. Möchte schon die Bedürfnisse der Mitbewohner erfüllen
können. Barcley liegt mir sehr am Herzen. Fast 1 1/2 Jahre Nitra sind reichlich. Vielleicht gibt´s ja doch
wen, den er interessiert und der ihm was Vernünftiges bieten kann - Bekanntenkreis oder so.
Lovis und Phooka sind doch auch aus Nitra wie Dorle, nicht? - Möchtest Du Dir vorstellen, dass sie da noch
länger hätten bleiben müssen? - Kann nicht sein.
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BeitragThema: Re: Schweißhunde - die Spezialisten   Do 18 Nov 2010 - 0:33

Ich möchte mir bei gar keinen Hund da vorstellen, dass er da sein muss, seufz! Aber gerade bei einem Jagdhund, denke ich, muss die Pflegestelle wirklich stimmen .....habe zwei Hunde gesehen, die auf einer Pflegestelle waren , die...hmmmmmm.... vorsichtig ausgedrückt..........absolut nicht geeignet ware........................!Gruslig und keine Verbesserung für die Hunde, so traurig es ist................

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